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► NEUES LICHTKONZEPT FÜR DIE KUNSTHALLE MANNHEIM
Das perfekte Ausleuchten von Museen und Kunstobjekten ist die
höchste Herausforderung für Lichtplaner. Für die Kunsthalle
Mannheim mit ihrer ausgewogenen Gemälde- und
Skulpturensammlung und einem 600-Quadratmeter-Glasdach, das
bei der Generalsanierung des Billing-Baus wieder freigelegt wird,
gilt das in besonderem Maße. Daniel Zerlang-Rösch hat ein für
diese Bedingungen spezielles Lichtkonzept erarbeitet. Sein großes
Ziel: „Die Kunstwerke sollen vom Besucher mit allen Sinnen erlebt
werden. Erst das richtige Licht schafft die optimalen
Vorraussetzungen dazu.“
Es ist die Quadratur des Kreises, die moderne Museen von Lichtplanern
fordern: Leuchten sollen im Museumsraum unsichtbar sein, doch erst
das Licht ermöglicht die Betrachtung von Kunst. Bei der Kunsthalle
Mannheim geht die Konzeption noch einen Schritt weiter. „Die Besucher
sollen gar nicht mehr an das Licht denken. Wer einen der Räume im
Billing-Bau betritt, soll sich aufgrund der Lichtatmosphäre so wohl
fühlen, dass er keinen Gedanken an die Beleuchtung verschwendet,
sondern seine gesamte Aufmerksamkeit auf die Exponate richten kann“,
sagt Daniel Zerlang-Rösch, der sich mit seinem Offenbacher Atelier
deLuxe auf das Ausleuchten von Museen und Ausstellungsräumen
spezialisiert hat. Damit die Kunstwerke und die sie umgebenden Räume
sich später tatsächlich so darstellen, ist viel Planungsarbeit und kreative
Schaffenskraft nötig. So hat Zerlang-Rösch mit seinem Team eigens
elegante Deckensegel konzipiert, die seine Leuchten verdecken und
zugleich für die Klimatisierung der Räume sorgen.
„Beim Billing-Bau haben wir viele Anforderungen mitzubedenken.
Dadurch, dass die Generalsanierung nach energetischen Maßstäben
erfolgt, müssen wir beachten, dass der Stromverbrauch der Lampen
nicht hoch sein darf.“ Aber nicht nur das: Die Lampen dürfen auch nur
wenig Hitze produzieren, da sonst die Klimaanlage mehr Strom Kühlung aufwenden müsste. Zudem werden höchste Ansprüche an die
Farbwiedergabequalität der Leuchtmittel gestellt: die Farben der
Kunstwerke sollen in einem neutralen natürlich wirkenden Licht
erstrahlen. Aus konservatorischen Gründen können keine Lampen mit
ultravioletten oder infraroten Lichtanteilen zum Einsatz kommen – also
keine herkömmlichen Halogen-, Leuchtstoff- oder Metalldampflampen.
„Dies alles unter einen Hut zu bringen, ist nicht leicht. Die LED-Technik
ist eigentlich noch nicht so weit, trotzdem war schnell klar, dass wir in
diese Richtung denken müssen.“
Die Leuchten, die nun bei der Generalsanierung installiert werden,
hat Atelier deLuxe gezielt für den Einsatz in der Kunsthalle entworfen.
Sie werden von einer Spezialfirma mit den neusten und leistungsstärksten
LEDs eigens angefertigt.
Auch die großen gläsernen Tageslichtdecken im ersten Obergeschoss,
die bei der Generalsanierung freigelegt werden und den Billing-Bau in
den Urzustand des Tageslichtmuseums zurückversetzen, sind eine
Herausforderung für die Lichtplaner. Denn durch die großen Glasflächen
dringt zu viel Tageslicht in die Ausstellungsräume. Die
Maximallichtstärken im Museumsbetrieb unterliegen international aber
strengen Normen. Damit Kunstwerke nicht vom Licht beschädigt
werden, dürfen Gemälde lediglich einer Beleuchtungsstärke von 250 Lux
ausgesetzt sein. Durch die freigelegten Oberlichter dringen zurzeit etwa
5.000 Lux in die Säle. Deshalb werden neue Scheiben mit Lichtlenkung
eingesetzt, in die zusätzlich spezielle Filter gegen UV-Strahlung
eingearbeitet sind. Im Fall zu geringer Außenhelligkeit wird das gefilterte
Tageslicht innerhalb der Lichtdecke durch zusätzliche Leuchten ergänzt.
„Auch in den anderen Ausstellungsräumen werden wir versuchen, den
Eindruck einer klaren und frischen Lichtatmosphäre herzustellen“, sagt
Daniel Zerlang-Rösch. „Diese Atmosphäre unauffällig zu erreichen, ist
eine große Herausforderung.“ Eine Herausforderung, der er sich gerne
stellt: „Interesse an Projekten, wo nur nach DIN-Norm geleuchtet wird,
hatte ich nie. Licht im Museum schafft z.B. durch Akzentuierung die
Möglichkeit, die Aufmerksamkeit der Zuschauer zu führen, oder aber mit
Lichtatmosphären so zu spielen, dass die Befindlichkeit und damit die
Art und Weise der Rezeption des Besuchers günstig modifiziert wird. Bei
Objekten wie der Kunsthalle Mannheim können wir Lichtplaner
wunderbare Erlebnisräume schaffen.“ Einen Ausstellungssaal stimmig
auszuleuchten, ist dabei jedes Mal ein spannendes Abenteuer. An
seinem Ende steht die perfekte Lichtstimmung.
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