► MANNHEIM PRÄSENTIERT MUSEOLOGISCHES KONZEPT ZUR NEUGESTALTUNG UND MODERNISIERUNG DER KUNSTHALLE

Konzept des renommierten Wiener Büros bogner.cc wird vorgestellt

Zur Zukunftssicherung der renommierten Kunsthalle Mannheim empfiehlt der international tätige Museumsplaner Dieter Bogner zwei Alternativen für den Mitzlaff-Bau der 1980er Jahre: Neubau oder „Generalsanierung Plus". Das vorliegende museologische Konzept wurde heute von Kulturbürgermeister Michael Grötsch, Baubürgermeister Lothar Quast und Kunsthallendirektorin Dr. Ulrike Lorenz präsentiert. Dieses soll Basis einer Machbarkeitsstudie werden.
Während im Jugendstilgebäude der Kunsthalle Mannheim eine über zweijährige Generalsanierung an den Start geht, ist die Zukunft des Erweiterungsbaus von 1983, der heutigen Ansprüchen an ein zeitgemäßes Kunstmuseum nicht mehr genügt, weiterhin offen. Die Kunsthalle betraute das Büro bogner.cc mit einem zukunftsfähigen Museumskonzept. Als nächsten Schritt im politischen Entscheidungsprozess will die Stadt Mannheim eine Machbarkeitsstudie, die eine belastungsfähige Kostenermittlung beinhaltet, in Auftrag geben.

„Die Kunsthalle Mannheim ist ein kultureller Leuchtturm ersten Ranges. Mit ihrer herausragenden Moderne-Sammlung und dem internationalen Ausstellungsprogramm bietet sie ein phantastisches Potential, das einen entsprechenden Auftrittsort braucht. Die Kulturstadt Mannheim muss in nachhaltige Signale von deutschlandweiter Relevanz investieren. Dafür schaffen wir mit der Generalsanierung des Altbaus eine erste Voraussetzung", so Grötsch. Baudezernent Quast bekräftigt: „Mit der Sanierung der historischen Kunsthalle peilen wir gleichzeitig die Neugestaltung des 80er-Jahre-Baus und der städtebaulichen Situation am Friedrichsplatz an. Jetzt wird ein Architekturbüro mit der näheren Untersuchung der beiden Alternativen, die auch eine belastbare Kostenermittlung umfasst, beauftragt. Auf dieser Grundlage kann dann die politische Diskussion geführt werden. Dafür muss uns bewusst werden: Investitionen in die Kunsthalle sind Investitionen in die Zukunft unserer Stadt."

Kunsthallendirektorin Ulrike Lorenz ergänzt: „Visionen sind gefragt, wenn es darum geht, die historische Avantgarde-Rolle der Kunsthalle Mannheim für das 21. Jahrhundert neu anzusteuern. Um dabei nicht im Wolkenkuckucksheim zu landen, brauchen wir eine ganz reelle Ausgangsbasis. Mit bogner.cc haben wir erfahrene Museumsplaner an Bord geholt, die mit uns Raum- und Funktionskonzepte für einen Neubau bzw. für eine Generalsanierung inklusive Umgestaltung der vorhandenen Baustruktur erarbeitet haben. Damit eröffnet sich der Kunsthalle die Chance, ihr Wirkungspotential nicht nur für die Region, sondern auch in der europäischen Museumsszene voll auszuspielen."

Das Bogner-Konzept für die Kunsthalle Mannheim geht von einer Analyse der Institutionsgeschichte und des Ist-Zustands im Vergleich mit internationalen wie auch regionalen Museumsbauten aus. Das Resümee: Mannheim steht vor der Entscheidung, dem Avantgarde-Anspruch des frühen 20. Jahrhunderts zu folgen oder sich auf das Bewahren des Etablierten zurückzuziehen - und damit aus dem kulturellen Wettbewerb des weltweiten Museumsbooms auszusteigen. Die Machbarkeitsstudie führt nun ein leistungsfähiges Planungsbüro weiter, das die aufgezeigten Alternativen Generalsanierung und Neubau baulich und technisch untersucht und deren Kosten ermittelt. Dies soll den Mannheimer Gemeinderat in die Lage versetzen, eine zukunftsfähige Entscheidung zur Kunsthalle Mannheim zu treffen.

Das Büro bogner.cc, gegründet von Kunsthistoriker Dieter Bogner, leitet und begleitet seit 1994 konzeptionell, betriebsorganisatorisch und wirtschaftlich die Planung und Realisierung von Museumsneubauten, -umgestaltungen und -masterplänen in der ganzen Welt. Das Büro hat unter anderem das New Museum in New York, das Kunsthaus Graz, das Museum Folkwang in Essen und das Museumsquartier in Wien (Masterplan) betreut.

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Birgit Scheidecker
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