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Mannheim setzt auf die Zukunft der Kunst; erster Spatenstich zur Generalsanierung des Jugendstilgebäudes von Herrmann Billing

Seit Januar 2010 ist der Billing-Bau mit den historischen Ausstellungsräumen geschlossen. Denn die renommierte Kunsthalle Mannheim braucht vor allem eines, um ihre Kunstschätze von Edouard Manet bis Francis Bacon, aber auch internationale Ausstellungsprojekte künftig publikumswirksam zu präsentieren: eine grundlegende Sanierung ihres markanten, rot leuchtenden Kernbaus. Die geht jetzt - nach einjähriger Vorbereitungsphase - tatsächlich an den Start.

Dr. Peter Kurz, Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, vollzog am 10. Januar 2011 gemeinsam mit Kulturbürgermeister Michael Grötsch, Baubürgermeister Lothar Quast und dem Architekten Helge Pitz den ersten Spatenstich. „Wir wollen an die Tradition der Kunsthalle als kultureller Leuchtturm der Metropolregion mit deutschlandweiter Ausstrahlung anknüpfen und das Potenzial ihrer Sammlung und ihrer Geschichte angemessen zur Geltung bringen. Die dringend notwendige Generalsanierung des Jugendstilgebäudes ist ein wichtiger Schritt, und er ist unverzichtbar zum Erhalt eines bedeutenden Kulturdenkmals", so Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz.
Kunsthallendirektorin Dr. Ulrike Lorenz atmet auf: „Jetzt geht es endlich los. Die Kunsthalle braucht neue Rahmenbedingungen, um ihren historischen Ruf mit neuem Leben erfüllen zu können und dabei den Herausforderungen der Gegenwart wirkungsvoll zu begegnen. Wir planen jetzt schon das Programm für 2013 und die Folgejahre."

Zunächst aber dient die Sanierung mit einem Gesamtvolumen von 14,29 Millionen Euro erst einmal einer umfassenden Wiederherstellung des Baudenkmals sowie der Erneuerung der Museumstechnik. Das Berliner Büro Pitz & Hoh Werkstatt für Architektur und Denkmalpflege GmbH, das die Generalsanierung bis zum Frühjahr 2013 umsetzen wird, ist spezialisiert auf die Erforschung, Instandsetzung und Umnutzung historischer Bauten. Projektleiter Helge Pitz, der unter anderem den Umbau von Schloss Bellevue und aktuell den Martin-Gropius-Bau in Berlin verantwortet, lobt das Mannheimer Projekt: „Durch einen eng abgestimmten Planungsprozess konnten wir eine hohe Übereinstimmung zwischen den Bedürfnissen des modernen Museumsbetriebs und den Anforderungen des Baudenkmals erreichen. Das ist beispielhaft gelaufen."

Die Generalsanierung - bereits 2007 vom Mannheimer Gemeinderat angestoßen - zielt im Inneren auf die Erweiterung und Vollklimatisierung der Ausstellungsflächen in den historischen Raumstrukturen sowie auf eine Erneuerung und Aufrüstung der Anlagentechnik nach modernsten Museumsstandards. Dabei werden zweckentfremdete Büroflächen wieder als Ausstellungsräume definiert. Die bedeutende grafische Sammlung der Kunsthalle erhält ihren historischen Auftrittsort im Bibliotheksflügel zurück, erweitert um ein hocheffizientes Depot mit angeschlossener Werkstatt im Untergeschoss. Die Tageslichtdecken im Obergeschoss werden unter dem Einsatz neuester Baumaterialien und energetischer Technologien wiederhergestellt. Im Zusammenspiel mit einer bauphysikalischen Ertüchtigung des Mauerwerks kommen neue Kälte- und Lüftungsanlagen zum Einsatz, die teilweise in einem unterirdischen Raum unter der Löwentreppe Platz finden. Auch die Klima-, Sicherheits- und Brandschutztechnik wird vollständig erneuert; bis dato unzureichende Fluchtwege und die Entrauchung werden erstmals definiert. Ein Sandsteinspezialist nimmt die Fassade unter die Lupe: ausgebessert wird dort, wo es notwendig ist - dem Baudenkmal sollen seine Würde und Geschichte (bis hin zu Einschusslöchern des Zweiten Weltkriegs) bewusst erhalten bleiben. Für einen angedachten Skulpturenpark rund um das Gebäude fehlt hingegen im ersten Teilabschnitt einer geplanten sukzessiven Modernisierung des gesamten Ensembles das Geld.

Bis zur geplanten Wiedereröffnung des Billing-Baus 2013 läuft der Ausstellungsbetrieb im Museumsbau am Friedrichsplatz ohne Unterbrechung weiter. Hier locken 2011 Ausstellungen mit internationalen Künstlerstars wie Ré Soupault, Thomas Hirschhorn und Bruce Nauman Besucher ins Haus.


Zahlen - Daten - Fakten zur Generalsanierung:

Bauherrin: Stadt Mannheim (vertreten durch: Kunsthalle MA und Technisches Immobilienmanagement)
Bauzeit: 2010-2013
Bausumme: 14,29 Mio € (davon gefördert: 6,83 Mio € Land Ba-Wü)
Architektur: Pitz & Hoh, Berlin, Architektur und Denkmalpflege GmbH
TGA-Planung: Arge Technik, TFI Ingenieure, BWI
Tageslichtplanung: TU Braunschweig, Institut für Gebäude- und Solartechnik
Tragwerksplanung: Ingenieurgruppe Bauen
Projektsteuerung: Obermeyer Planen & Beraten GmbH
Beratung: bogner.cc, Wien

In Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP ist derzeit ein Antrag für das Leuchtturmprojekt „Energetisches Sanieren historischer Museumsbauten" an das Bundeswirtschaftsministerium in Bearbeitung.

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Birgit Scheidecker
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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