ARTGENOSSEN UNTERSTÜTZEN ANKAUF VON JOHANNES WALD
DAUERLEIHGABE FÜR DIE SKULPTURENSAMMLUNG
„Verlorene Form (giving shape to a dim feeling)“ heißt die Neuerwerbung der Kunsthalle Mannheim, die mit einem maßgeblichen Beitrag der ARTgenossen aus Anlass des fünfjährigen Bestehens der jungen Kunstförderer im Förderkreis der Kunsthalle Mannheim e.V. realisiert werden kann. Der Titel verweist bereits auf das künstlerische Verfahren. In einem regalähnlichen Stahlgestell lagern auf verschiedenen Ebenen Abgussformen aus Gips. Es sind Hohl- oder Negativformen, die üblicherweise beim Abformprozess anfallen und nun zum endgültigen Kunstwerk erklärt werden. Ergänzt wird die dreidimensionale Plastik durch eine Textarbeit, die das Ankaufsteam der ARTgenossen mit Sachverstand und Großzügigkeit der Kunsthalle Mannheim als Dauerleihgabe zur Verfügung stellt. Darin erzählt Johannes Wald anschaulich in wenigen Sätzen von der Vorstellung, aus einem Klumpen Ton eine Skulptur zu modellieren. Gedruckt wurde der Inhalt im aufwendigen Bleisatz. Zur Umsetzung der Plastik kommt es nicht. Die Arbeit bleibt Konzept.
Johannes Wald, diesjähriger Preisträger des Ernst-Rietschel-Kunstpreises für Bildhauerei, setzt sich auf einem hohen intellektuellen Niveau mit Formfragen der Skulptur auseinander. Dabei steht nicht das Abarbeiten eines traditionellen Werkstoffs im Vordergrund: nicht die solide Masse und nicht das fertige Produkt, das formvollendet im Raum ausgestellt wird. Stattdessen geht es ihm darum, den Schaffensprozess von Skulptur anschaulich zu machen. So kommt es, dass ein vollendetes Kunstwerk oft im Raum physisch nicht präsent ist und gerade durch seine Abwesenheit vermittelt wird.
Johannes Wald, geboren 1980 in Sindelfingen, studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe, wo er 2007 von Prof. Harald Klingelhöller zum Meisterschüler ernannt wurde. Seit 2005 ist er mit seinen Arbeiten in wichtigen Sammlungen vertreten und wird von namhaften Galerien präsentiert. Zuletzt war Johannes Wald in der Kunsthalle Mannheim zu sehen, die unter dem Titel „Private Passions“ auch Exponate der Sammlung Sontheimer zeigte.
Johannes Wald lebt in Berlin und wird von der international renommierten Galerie Konrad Fischer vertreten, die sich seit mehr als 40 Jahren auf konzeptuelle Positionen spezialisiert hat. Der Ernst-Rietschel-Kunstpreis, der seit 1991 alle zwei Jahre vergeben wird, ist mit 15.000 € dotiert.
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