Kunsthalle Mannheim
Geschichte des Museums
1933 Absturz in die Kulturbarbarei
Die Diktatur der Nationalsozialisten ist für die Kunsthalle Mannheim eine Katastrophe. Hartlaub wird trotz zunehmender Zurückhaltung im Programm sofort diffamiert und schnell entlassen. An seiner Stelle wütet ein Reichspostsekretär, der schon 1933 die Mannheimer Meisterwerke der internationalen Moderne, des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit unter dem Motto „Kulturbolschewistische Bilder" herabwürdigt. Die Ausstellung ist eine der ersten Demonstrationen nationalsozialistischer Kulturpolitik, die mit Zensur und Raub einen irreparablen Kahlschlag in der deutschen Kunstlandschaft verursacht. In zwei „Säuberungsaktionen" wird 1937 „entartete Kunst" aus städtischem Eigentum trotz Einspruchs beschlagnahmt: 102 Gemälde (darunter Hauptwerke von Ensor, Delaunay, Chagall, Beckmann, Grosz und vielen anderen), 8 Plastiken (auch Lehmbrucks „Denker" und „Knieende") und etwa 550 Aquarelle, Zeichnungen, Graphiken und Mappenwerke. Davon kehrte das Wenigste nur in die Sammlung zurück.
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