Kunsthalle Mannheim
Geschichte des Museums
1925 Neue Sachlichkeit: Ein Begriff aus Mannheim Eher Kunstgelehrter als Museumspolitiker, legt Hartlaub seinen Arbeitsschwerpunkt auf ein „systematisches Ausstellungswesen". Damit will er die museale Sammlungstätigkeit um das „Element von Beweglichkeit" erweitern. Einen intellektuellen Impuls für die deutsche Kunstgeschichtsschreibung setzt Hartlaub 1925 mit seiner begriffsbildenden Ausstellung „Die neue Sachlichkeit. Deutsche Malerei nach dem Expressionismus". Schon 1922 hatte er auf eine Umfrage des „Kunstblatts" nach einem „neuen Naturalismus" in der Gegenwartskunst die hellsichtigste Antwort gegeben: „Ich sehe einen rechten, einen linken Flügel. Der eine konservativ bis zum Klassizismus .... Der andere, linke Flügel, grell zeitgenössisch, ... wahres Gesicht unserer Zeit." Erst 1925 kann Hartlaub diese Diagnose mit einer sorgfältig recherchierten Ausstellung erfolgreich unter Beweis stellen. Seine empirische Systematik - zum linken Flügel zählt er Beckmann, Grosz, Dix und Scholz, unter dem rechten versteht er die „Neu-Klassizisten" - hat sich seitdem wissenschaftlich durchgesetzt: Neue Sachlichkeit ist zum kunsthistorischen Terminus einer glänzenden Epoche deutscher Kunst im 20. Jahrhundert geworden.
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