Kunsthalle Mannheim

Geschichte des Museums

1909 Museumsvision als Gründungsmythos
Nach einem Konzept des 31-jährigen ambitionierten Kunsthistorikers Fritz Wichert (1878-1951), der vom Frankfurter Städel-Museum berufen und 1910 als Direktor bestätigt wird, eröffnet im Dezember 1909 die Städtische Kunsthalle Mannheim ihre Räume im Billing-Bau. Wichert - geprägt von Kunsterziehungsreform und modernsten Museumsentwicklungen - findet in Mannheim disparate Kunstbestände vor. Sie basieren auf der 1874 gegründeten Sammlung des Kunstvereins und auf älteren Stiftungen, vor allem dem Nachlass des Karlsruher Galeriedirektors Carl Kuntz und ein über 90 Gemälde umfassendes Vermächtnis von James Emden.

Mit seiner ersten „Meisterausstellung", die 100 Werke von Böcklin bis Manet aus dem Kunsthandel umfasst, füllt der charismatische Museumsstratege nicht nur das leere Obergeschoss des Galeriegebäudes, sondern demonstriert auch gewünschte Qualitäten und erforderliche Budgets zur Realisierung seines „Sammelplans". So legt Wichert den Grundstein für eine Mannheimer „Marken"-Sammlung der Moderne. Nur mit System kann die Kunsthalle als eine späte Museumsgründung ohne Tradition ihre „ästhetische, entwicklungsgeschichtliche und wirtschaftliche Mission" sichern.

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A. Archipenko, Büste F. Wichert, 1923


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