Betreten auf eigene Gefahr! Exklusiv für die Kunsthalle Mannheim entwickelte die international renommierte Bildhauerin Magdalena Jetelová eine interaktive multimediale Großinstallation auf einer Fläche von 800 qm und über mehrere Räume hinweg.
Erstmals inszeniert die Künstlerin wie eine Regisseurin ein dramaturgisches Wechselbad widersprüchlichster Körper-, Wahrnehmungs- und Gefühlszustände. Erst der Ausstellungsbesucher, in seiner Doppelrolle als Zuschauer und Akteur, verhilft dem Werk zu voller Existenz.
Jetelová ist bekannt für ihre radikalen und überwältigenden Raum- und Wahrnehmungsinstallationen. Mit ihrer sinnlich erfahrbaren Kunst sprengte sie bereits weltweit in Häusern wie dem Wiener MAK oder dem Martin Gropius-Bau in Berlin gängige Ausstellungsformate.
In Mannheim benutzt sie anders als bisher nicht nur Licht, Projektion, Sound, Spiegel und Interaktion mit dem Besucher, sondern setzt erstmals in Europa dramaturgisch gezielt auch ein reizbares Thema ein: die Menschenrechte in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit.
Der Besucher taucht ein ins bläuliche Schwarzlicht, in dem raumfüllende Texte aktueller Fälle von Menschenrechtsverletzungen erscheinen, parallel von Kinderstimmen gelesen.
Ein Ausstellungsraum ist komplett mit dynamischen Spiegelflächen ausgekleidet. Sobald die Besucher sich den Spiegeln nähern, vibrieren diese und verzerren die Selbst- und Raumwahrnehmung. Kunst prägt sich als Erfahrung am eigenen Leib ein.
In ihrem brisanten Planspiel künstlerischer Grenz- und Sinnesverschiebungen beschwört Jetelová die Energien eines geistesverwandten Grenzgängers zwischen Physik und Metaphysik: Nicola Tesla.
Das Mannheimer Projekt ist nicht nur ein neuer Meilenstein im Werk von Magdalena Jetelová, es kann auch als mehrdeutiges, politisch brisantes Statement einer hoch engagierten Konzeptkünstlerin unserer Tage gelesen werden.